Gesundheit & Fitness

Kompressionstherapie

Kompressionsstrumpf

Kompressionstherapie – Was Sie wissen sollten

Die Kompressionstherapie ist eine Therapieform, die bei vielen Erkrankungen, die die Venen und den Rückfluss des Blutes zum Herzen betreffen, verordnet wird. Dabei kann sie sowohl bei leichten Beinbeschwerden als auch bei ernsteren Krankheiten Anwendung finden. Das Prinzip der Kompressionstherapie ist so einfach wie effektiv: Durch lokalen Druck auf das Venensystem der Beine wird die Fließgeschwindigkeit des Blutes erhöht. Dadurch gehen Schwellungen und Schmerzen aufgrund von Flüssigkeitsansammlungen oder „Blutstau“ in den Beinen zuverlässig zurück.

In diesen Fällen wird die Kompressionstherapie angewendet:

  • Beinbeschwerden: schwere Beine, Schwellungsgefühl, Schmerzen
  • Venenschwäche, CVI (chronische Veneninsuffizienz)
  • Krampfadern, Sklerotherapie
  • Venenentzündung
  • Thromboseprophylaxe
  • Thrombose
  • Lymphödem, Lipödem
  • zur Nachbehandlung von Venenoperationen

Wie läuft die Kompressionstherapie ab? Wie lange dauert sie?

Mit Beinbeschwerden ist es unbedingt notwendig einen Arzt zu konsultieren. Je nach Befund wird eine angemessene Kompressionstherapie verordnet. Dabei kommen entweder spezielle Kompressionsstrümpfe oder ein entsprechender Verband zum Einsatz. Wenn der Arzt durch seine Verordnung die medizinische Notwendigkeit bestätigt, werden die meisten Maßnahmen üblicherweise von der Krankenkasse übernommen.

Die Kompressionstherapie kann wenige Wochen aber auch ein ganzen Leben andauern. Es kommt dabei auf die vorliegende Erkrankung an. Bei einer tiefen Beinvenenthrombose ist sogar eine Therapiedauer von etwa zwei Jahren sinnvoll.

Während der Kompressionstherapie sollten die verordneten Stützstrümpfe unbedingt täglich getragen werden. Im Falle eines Kompressionsverbandes muss auch dieser jeden Tag angelegt werden. Nur so kann der Erfolg der Therapie sichergestellt werden. Da sie nur in Verbindung mit Muskeltätigkeit wirkt, ist nachts keine Kompression nötig.

Thrombose

Kompressionsstrümpfe beim Sport

Eine bequeme Variante bieten die Kompressionsstrümpfe. Diese kann der Patient ganz einfach selbst anlegen. Kompressionsstrümpfe beim Sport und bei gezielten Bewegungsmaßnahmen erbringen dabei die größten Erfolge, denn Schmerzen und Schwellungen bleiben aus. Deshalb sind Kompressionsstrümpfe beim Sport auch eine sinnige Maßnahme zur Vorbeugung von Venenerkrankungen und werden immer häufiger von professionellen Sportlern oder beim Joggen benutzt.

Kompressionsverband: Welche Möglichkeiten der Wickeltechnik gibt es?

Beim Anlegen eines Kompressionsverbandes kommen bei vielen Patienten Bedenken auf: Schränkt mich der Verband in der Bewegung ein? Hat die Kompression Auswirkungen auf die Haut? Welche Wickeltechnik lindert die Beschwerden am besten?

Ein richtig gewickelter Kompressionsverband sollte die Bewegung niemals einschränken. Er ist vielmehr dazu da, schmerzfreie und problemlose Bewegungen zu ermöglichen. In der Eingewöhnungsphase der Therapie kann gelegentlich ein leichter Juckreiz auftreten, der aber nach wenigen Stunden vergeht. Wer hingegen ein Austrocknen der Haut unter dem Verband bemerkt, kann seinen Arzt um die Verschreibung spezieller Cremes bitten. Damit es nicht zu ernsteren Beschwerden kommt, sollte der Verband korrekt angelegt werden.

Kompressionsverband

Kompressionsverband Wickeltechnik

Die eine richtige Kompressionsverband-Wickeltechnik gibt es nicht. Stattdessen existieren drei gängige Varianten – die Wickeltechnik nach Pütter, die Wickeltechnik nach Fischer und der Kornährenverband. Je nach angewandter Technik werden entweder zwei Stoffbinden in gegenläufiger Richtung vom Fuß zum Knie um das Bein gewickelt, laufen die Binden entweder streng spiralförmig oder in Form einer Acht um das Bein.

Dabei gilt bei jeder Kompressionsverband-Wickeltechnik:

  1. Die einzelnen Lagen sollten unbedingt faltenfrei sein und sich gegenseitig überlappen. Es darf keine „Lücke“ entstehen.
  2. Das Sprunggelenk sollte beim Einwickeln rechtwinklig gehalten werden.
  3. Während der Druck beim Anlegen des Kompressionsverbandes am Fuß noch hoch sein sollte, nimmt er zum Knie hin mehr und mehr ab.
  4. Der Verband sollte niemals Schmerzen oder Druckstellen verursachen.
  5. Um das zu vermeiden, können empfindliche Stellen, beispielsweise am Knochen, mit Watte gepolstert werden.

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