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Noch lange nicht reif für das Altersheim

vier Senioren spielen Domino

Seniorenwohngemeinschaften als neuer Trend

Dass Menschen bis ins hohe Alter im Verbund ihrer Familie leben, ist heute nicht mehr die Regel. Stattdessen setzen sich andere Formen des Wohnens im Alter durch. Als Alternative zu Einsamkeit oder Altersheim gewinnt besonders die Seniorenwohngemeinschaft immer mehr an Bedeutung.

Wie eine Wohngemeinschaft für Senioren aussehen kann

Durch die Mobilität, die der Arbeitsmarkt verlangt, leben immer weniger ältere Menschen im Kreis ihrer Familie. Doch die Aussicht, ihren Lebensabend entweder allein oder in einer großen Seniorenresidenz zu verbringen, ist für viele Mitglieder der Generation 60plus kaum mehr akzeptabel.

Dem Ruf nach Alternativen folgend, entwickeln sich neue Wohnformen, mit denen sowohl einer Vereinsamung im Alter vorgebeugt, als auch ein weitgehend selbstbestimmtes Wohnen gesichert werden soll. Erfolgreiche Wohnkonzepte, die immer mehr Verbreitung finden, sind vor allem:

  • Plus-WG oder Alten-WG: Hier tun sich ca. zwei bis acht Menschen über 50 zusammen und leben in familienähnlichen Verhältnissen in einer Wohnung oder einem Haus mit separaten Wohnungen.
  • Mehrgenerationen-Wohngemeinschaft: Junge Familien und Senioren wohnen in einem nachbarschaftlichen Miteinander unter einem Dach.
  • Betreutes Wohnen für Senioren: In einem eigenständigen Haushalt wohnen mehrere Senioren, für die jederzeit eine individuell geregelte Betreuung, beispielsweise durch einen Pflegedienst, bereitsteht.
  • Stationäre Hausgemeinschaft: Diese ist zwar institutionellen Heimen unterstellt, ermöglicht jedoch ein Leben mit Rücksicht auf die Privatsphäre.

Senior und Schwester

Senioren-WG oder Altenheim? – Das sind die Vor- und Nachteile

Ganz abgesehen von den romantischen Erinnerungen an die Studentenzeit, gibt es gute Gründe dafür, warum sich immer mehr ältere Menschen für eine Alten-WG entscheiden.
Das Leben in einer WG schafft mehr Privatsphäre und Möglichkeiten, sich Autonomie und Selbstbestimmtheit bis ins hohe Alter zu erhalten. Außerdem ist die Gemeinschaft, in der man wohnt, eine selbst gewählte. Das führt nicht selten dazu, dass sich unter den Mitbewohnern familiäre Verhältnisse entwickeln. In manchen Fällen, können in einer Senioren-WG die Kosten auch geringer ausfallen, als bei einer Heimunterbringung.
Doch auch die Herausforderungen, die eine Senioren-Wohngemeinschaft mit sich bringt, sollten bedacht werden. Ein eigenständiger Haushalt bietet zum Beispiel in gesundheitlichen Notsituationen weniger Sicherheit als ein Pflegeheim. Im Zweifel ist man auf sich gestellt. Deshalb ist es unabdingbar, dass die Bewohner Verantwortung füreinander übernehmen und man sich aufeinander verlassen kann.
Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, ist eine Alten-WG vielleicht nicht die richtige Wahl. Ansonsten findet man passende Wohngemeinschaften heute vornehmlich im Internet. Auf verschiedenen Portalen können Sie entweder gezielt nach einer Seniorenwohngemeinschaft suchen oder eine Anzeige schalten, wenn Sie selbst eine Senioren-WG gründen möchten.

Schild mit Aufschrift Senioren WG

Testen Sie sich: Bin ich der Typ für eine Senioren-WG?

Wenn Sie überlegen, ob eine Wohngemeinschaft für Sie im Alter eine gute Wohnform darstellt, können Sie für einen Moment in sich gehen und sich selbst folgende Fragen ehrlich beantworten:

  • Sind Sie offen und kontaktfreudig und nehmen gern Teil am Leben anderer?
  • Sind Sie es gewöhnt, für eine Sache Verantwortung zu übernehmen?
  • Wie wichtig ist es Ihnen, dass Sie Ihren Tagesablauf selbst bestimmen können?
  • Hören Sie guten Freunden und Bekannten gern zu und geben Ratschläge, wenn diese Ihnen ihr Herz ausschütten?
  • Haben Sie manchmal Angst, im Alter häufig allein zu sein?
  • Fühlen Sie sich von den schlechten Angewohnheiten anderer schnell gestört?

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