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Sturzprophylaxe – Wie kann ich mich vor einem Sturz schützen?

Gestürzte ältere Frau

Das Risiko zu stürzen, ist besonders bei Kindern und älteren Menschen groß. Doch während Kinder oft sofort wieder aufspringen und weiterlaufen, kann ein Sturz in hohem Alter sehr gefährlich werden. Etwa 30 % der Menschen über 65 stürzen im eigenen Haushalt mindestens einmal pro Jahr, bei den 80- bis 90-Jährigen liegt die Sturzhäufigkeit sogar bei 50 %.

Die Wahrscheinlichkeit, sich bei einem Sturz ernsthaft zu verletzen, nimmt mit steigendem Alter ebenfalls zu. So sind in späteren Jahren rund 10 % der Gestürzten von gefährlichen Sturzfolgen betroffen. Häufig handelt es sich um Frakturen wie Oberschenkelhalsbruch oder Hüftbrüche. Darum ist die Sturzvermeidung besonders wichtig. Hüftprotektoren und Gehhilfen sind dabei längst nicht die einzigen Möglichkeiten zur Sturzprophylaxe. Viel wichtiger sind Sport und das Vermeiden von Stolperfallen.

Wer ist besonders gefährdet? Welche Faktoren erhöhen das Sturzrisiko?

In erhöhtem Maße sturzgefährdet sind vor allem ältere Menschen ab 65, aber auch Personen, die durch eine Erkrankung zusätzlich in ihrer Beweglichkeit oder Koordinationsfähigkeit eingeschränkt sind. Dazu gehören Osteoporose, Parkinson und Demenz, Lähmungen infolge eines Schlaganfalls und starke Kreislaufprobleme mit Schwindelattacken.

Oma mit Rollator und Enkelin gehen spazieren

Das Sturzrisiko vergrößert sich für diese Personengruppen durch eine Vielzahl von Faktoren, die sich in körperliche und umweltbedingte Einflüsse unterscheiden lassen. Die körperlichen Ursachen, die zu einer erhöhten Sturzgefahr führen, können durch den natürlichen Alterungsprozess, aber auch durch Krankheiten, psychische Probleme oder eine ungünstige Dosierung bestimmter Medikamente hervorgerufen werden.

Die wichtigsten körperlichen Risikofaktoren

Die wichtigsten umweltbezogenen Kriterien

  • Veränderungen der Muskulatur und Abbau der Muskeln
  • Nachlassende Sehkraft
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Angst vor Stürzen
  • Unzureichende Beleuchtung
  • Unpassendes Schuhwerk
  • Unebene oder zu glatte Böden
  • Hindernisse im gewohnten Laufweg
  • Treppenstufen und Teppiche

Sportübungen für Beweglichkeit und Balance – Wie sieht eine Sturzprophylaxe aus?

Menschen mit erhöhtem Sturzrisiko haben viele Möglichkeiten, der Gefahr entgegenzuwirken. Einem Sturzfall vorbeugen kann man zum Beispiel durch regelmäßiges und gezieltes körperliches Training. Der Körper kann sich in jedem Alter an veränderte Belastungen gewöhnen und auch die Muskeln sind in der Lage, sich den gegebenen Anforderungen anzupassen. Wer Sportangebote nutzt, ist deshalb im Vorteil und verringert die Wahrscheinlichkeit von Stürzen.

Neben einer Vielzahl von Angeboten im Bereich Seniorensport richtet sich ein spezielles Kursprogramm zur Sturzprophylaxe vor allem an ältere Menschen, die sich bei alltäglichen Bewegungen zunehmend unsicher fühlen, die schon einen oder mehrere Stürze erlebt oder Angst davor haben. Diese Angebote werden heute von vielen Krankenkassen als Kurse zur Prävention anerkannt und unterstützt.

In den Kursen finden verschiedene Bewegungs- und Sportübungen statt, mit denen Gleichgewicht, Beweglichkeit, Koordination und Muskelkraft geschult werden. Dabei werden die Orientierung, die Wahrnehmung und das Reaktionsvermögen gefördert. So trainieren die Kursteilnehmer einen sicheren Gang und gewinnen ihr Vertrauen in den Körper wieder.

Senioren betreiben Sportübungen zur Sturzprophylaxe

Was gehört noch zur Sturzprophylaxe? – Gefahrenprävention im Haushalt

Weitere effektive Maßnahmen, um die Sturzgefahr zu verringern, ist einerseits das Erkennen und Beseitigen von Gefahrenstellen und Stolperfallen vor allem im eigenen Haushalt und andererseits ein altersgerechtes Anpassen des Wohnumfeldes.

Dazu gehört es genauso, Stolperfallen wie Treppen, Teppichkanten und Türschwellen abzusichern, wie in allen Zimmern für eine ausreichende Beleuchtung zu sorgen, Laufwege von Hindernissen freizuhalten und gegebenenfalls die Sitzmöbel durch Erhöhen anzupassen oder durch altersgerechte Möbel zu ersetzen.

Neben unsicheren Treppenstufen und rutschenden Teppichen finden sich die gefährlichsten Stellen für Stürze vor allem im Bad. Beim Ein- und Aussteigen in die Dusche oder Wanne kommt es häufig zum Sturz, doch auch auf dem nassen Boden besteht Rutschgefahr. Zur Sturzprävention ist deshalb auch die Ausstattung des Badezimmers mit Einstiegshilfen, Toilettensitzerhöhungen und Duschhockern durchaus sinnvoll.

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