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Prothesen im Sanitätshaus Alippi
Prothesen im Sanitätshaus Alippi

Prothesen

Für den Rückgewinn an Mobilität und Lebensqualität

Wer nach einem Unfall oder aufgrund einer Krankheit einen Teil des Armes oder Beines verliert, leidet unter der plötzlichen Einschränkung seiner Mobilität. Aus diesem Grund bauen wir Prothesen, die das verlorene Körperteil bestmöglich ersetzen und damit die Lebensqualität der Betroffenen langfristig deutlich verbessern. Gern beraten wir Sie zu diesem Thema ausführlich in einer unserer Alippi Sanitätshaus Filialen.

Was sind Prothesen und welche Arten gibt es?

Eine Unterschenkelprothese – auch transtibiale Prothese genannt – ist ein künstlicher Ersatz für das menschliche Schienen- und Wadenbein. Somit zählen sie zu den Exoprothesen, da sie außerhalb des Körpers angebracht werden.

Im Allgemeinen dienen die medizinischen Hilfsmittel dem Erhalt der selbstständigen Mobilität sowie der Wiederherstellung der Optik Betroffener, die nach einem Unfall oder aufgrund einer Krankheit das betreffende Körperteil verloren haben.

Im Rahmen der Orthopädietechnik fertigen unsere Fachangestellten hochkomplexe und spezielle Unterschenkelprothesen, die sich den Bedürfnissen der Patienten anpassen. Im Vordergrund steht dabei die bestmögliche Nachahmung der Funktionen des amputierten Körperteils.

Prothese beim Wandern

Prothesen als funktioneller und optischer Ersatz

Grundsätzlich geht es bei der Herstellung von Prothesen um einen funktionellen Ersatz. Jede Variante ist daher so gestaltet, dass sie die Eigenschaften des fehlenden Körperteils entsprechend imitiert und wichtige Aufgaben übernehmen kann. Insbesondere bei den äußeren Körperersatzstücken kommt es aber auch darauf an, den Arm oder das Bein optisch nachzubilden.

Achtung!: Künstliche Implantate und Zahnprothesen gehören nicht zum Leistungsspektrum der klassischen Orthopädietechnik in Ihrem Sanitätshaus Alippi.

Exoprothesen für eine uneingeschränkte Bewegungsfreiheit nach einer Amputation

Damit die Prothese den Verlust Ihrer Gliedmaßen sowohl funktionell als auch optisch ersetzen kann, muss spezielles Fachpersonal diese optimal auf Ihre individuellen Anforderungen zuschneiden. Je nach Art und Schwere der Amputation benötigen Sie daher unterschiedliche Modelle.

Im Allgemeinen gibt es folgende Exoprothesen:

Armprothese

Armprothesen

Zu den Armprothesen zählen Hilfsmittel, die Teile Ihres Armes oder den ganzen Körperteil ersetzen. Sie reichen bis einige Zentimeter vor den Schultergürtel. Prothesen für den Arm untergliedern sich in:

  • – Fingerprothesen
  • – Handprothesen
  • – Unterarmprothesen
  • – Oberarmprothesen
Beinprothese

Beinprothesen

Moderne Beinprothesen ersetzen die verlorenen Gliedmaßen je nach Art der Amputation entweder teilweise oder vollständig bis einige Zentimeter vor dem Beckengürtel. Dazu gehören:

Brustprothese

Rumpfprothesen

Im Gegensatz zu Arm- und Beinprothesen handelt es sich bei Exoprothesen für den Rumpf ausschließlich um eine optische Wiederherstellung eines Körperteils. Gemeint sind damit zumeist externe Brustprothesen (auch Epithesen genannt), die in einen Prothesen-BH eingelegt und damit direkt am Körper tragbar sind. Insbesondere Brustkrebsbetroffene nach der Mastektomie profitieren hiervon.

Professionelle Prothetik für eine druck- und schmerzfreie Mobilität nach einer Amputation

Damit Sie oder Ihre Angehörigen auch nach dem Verlust eines Körperteils schnell wieder mobil sind, erhalten Sie in Ihrem Sanitätshaus Alippi handgefertigte und optimal auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Prothesen im Bereich der nicht-operativen Orthopädietechnik.

Die Prothesen gestalten wir so, dass sie an die natürliche Form des Arms oder Beins erinnern. Dank modernster Technik sind außerdem viele Modelle in der Lage, die wichtigsten Funktionen und Bewegungsmuster nachzuahmen.

Um sicherzustellen, dass Sie durch das Körperersatzstück Ihre Beweglichkeit zurückgewinnen und dabei weder Druck noch Schmerzen empfinden, ist eine intensive und langfristige Betreuung durch unser Fachpersonal vonnöten. Unsere Fachkräfte begleiten Sie daher von der Erstberatung und Anamnese über die Herstellung einer Interimsprothese für den Heilungsprozess bis hin zur Fertigung des finalen Körperersatzstücks.

Profitieren Sie von unserer Expertise!

Bei der Herstellung Ihrer Prothese geht es um nichts anderes als die Verbesserung Ihrer Lebensqualität. Welche Materialien, Formen und Passteile den größten Nutzen für Sie bringen, hängt von Ihren Vorlieben, Lebensumständen und den körperlichen Voraussetzungen ab.

Auf Basis des gewählten Hilfsmittels eröffnen sich im Anschluss individuelle Therapiemöglichkeiten. Gemeinsam mit Ihrer Orthopädietechnik-Fachkraft von Alippi und einer physio- und psychotherapeutischen Begleitung gehen wir alle Möglichkeiten durch – sodass Sie langfristig wieder sicher mit beiden Beinen im Leben stehen.

Handprothese

FAQ – Fragen & Antworten

Wird eine Prothese von der Krankenkasse übernommen?

Eine vollständige oder anteilige Kostenübernahme für eine Prothese hängt immer von den individuellen Umständen des Betroffenen ab. Im Allgemeinen gilt, dass jede Person Anspruch auf ein Körperersatzstück hat, um einen Therapieerfolg zu sichern, einer Behinderung vorzubeugen oder eine Behinderung auszugleichen. Für gesetzlich Versicherte bedeutet das, dass die Kasse zur Ermittlung des Hilfsmittelnutzens zahlreiche Faktoren berücksichtigt, zum Beispiel:

  • – Krankheitsbild und Prognose
  • – Ziel der Versorgung
  • – Begleiterkrankungen
  • – Mobilitätsgrad
  • – Aktivitätsniveau
  • – Nutzungsfähigkeit
  • – Versorgungsbedarf
  • – Versorgungsart und -dauer
  • – Kontextfaktoren wie Vorerkrankungen, Alter oder Pflegegrad

Bestehen seitens der gesetzlichen Krankenversicherung keine Bedenken bezüglich der Prothese, übernimmt diese in der Regel die Kosten. Allerdings nur, wenn es um ein in erster Linie funktionelles Körperersatzstück geht. Entscheiden sich Betroffene für ein Sondermodell aufgrund der Optik, für mehr Komfort oder um die Beweglichkeitsvorteile durch Passteile aus einer höheren Mobilitätsklasse zu erhalten, müssen sie den Aufpreis selbst zahlen – denn es existiert keine Leistungspflicht über die Funktionalität hinaus. Gleiches zählt für Ersatzprothesen.

Gilt die Prothese als geeignet und zweckmäßig, benötigen die Versicherten zunächst ein Rezept des Facharztes. Gemeinsam mit dem Kostenvoranschlag schickt Ihr Sanitätshaus Alippi dieses im Rahmen der Versorgung an die jeweilige Kasse. Exklusive der üblichen gesetzlichen Zuzahlung können Sie dann mit einer Kostenübernahme rechnen.

Privat Versicherte tragen im Vorfeld die gesamten Kosten und reichen die Rechnung im Anschluss bei der Versicherung ein. Je nach Anbieter und Vertrag können die Bestimmungen stark variieren – informieren Sie sich daher am besten direkt bei Ihrer Krankenkasse.

Welche Prothese kommt wann infrage?

Neben der Art und Schwere der Amputation haben Ihre Lebensgewohnheiten und persönlichen Vorstellungen einen Einfluss darauf,

  • – wie Ihre Prothese aufgebaut,
  • – aus welchen Materialien sie bestehen und
  • – mit welchen Funktionen sie ausgestattet sein sollte.

Mithilfe des sogenannten Profilerhebungsbogens hält unser Fachpersonal den Zustand der Befestigungsstellen, die genauen Maße und Ihre Lebensumstände fest. Dabei besprechen Sie auf Basis der durch den Verband der gesetzlichen Krankenkassen festgelegten Mobilitäts- und Aktivitätsgrade gemeinsam, welche Aktivitäten Sie realistisch ausführen können und welches Therapieziel daraus resultiert.

Beide Parameter beziehen sich auf verschiedene Terrains, Gehstrecken, -geschwindigkeiten und die Aktivitätsdauer und werden nebeneinander berücksichtigt:

 

Mobilitätsgrade

0 = Nichtgehfähiger

1 = Innenbereichsgeher

2 = Eingeschränkter Außenbereichsgeher

3 = Uneingeschränkter Außenbereichsgeher

4 = Uneingeschränkter Außenbereichsgeher mit besonders hohen Ansprüchen

 

Aktivitätsniveaus

Niedriges Aktivitätsniveau = eingeschränkte Aktivität

Mittleres Aktivitätsniveau = durchschnittliche Aktivität

Hohes Aktivitätsniveau = uneingeschränkte Aktivität

 

Darüber hinaus sollten Sie Prothesen bezüglich Ihres Anwendungsbereichs auf Ihre persönlichen Bedürfnisse anpassen lassen. Hauptsächlich werden Alltagsprothesen von Sportprothesen unterschieden. Erstere tragen Sie im häuslichen Umfeld, am Arbeitsplatz und bei zahlreichen Freizeitaktivitäten. Letztere müssen unsere Experten entsprechend für die Bewegungen der jeweiligen Sportart einstellen.

Apropos: Betroffenen einer Beinamputation steht rechtlich eine wasserfeste Ober- oder Unterschenkelprothese zu, mit der Sie sich sicher im Außenbereich bewegen können! Hier bieten sich beispielsweise Unterschenkelprothesen mit salzwasserfesten Bauteilen an.

Nach der Operation steht Ihnen eine Interimsprothese zu, um auch zu überprüfen, ob man prothesenfähig ist. Diese lässt sich leicht an den sich verändernden Stumpf angleichen und unterstützt dessen Heilungs- und Formungsprozess.

Aus welchen Komponenten bestehen Prothesen?

Um den individuellen Fähigkeiten, Einsatzzwecken und Wünschen der Betroffenen gerecht zu werden, gibt es Prothesen aus unterschiedlichen Materialien, mit verschiedenen Passteilen und funktionell diversen Komponenten. Ein Körperersatzstück besteht grundsätzlich aus:

  • – dem Schaft,
  • – einem Schaftadapter,
  • – einem Rohradapter,
  • – Rohren,
  • – einem Gelenk (nicht bei Unterschenkelprothesen) und
  • – einem Fuß- beziehungsweise Handpassteil.

Für eine auf Ihre Anforderungen angepasste Prothese müssen unsere Experten alle Bestandteile in der korrekten Kombination zusammenstellen. Moderne Arm- und Beinprothesen sind meist äußerst leicht und beweglich. Der funktionelle Anteil kann je nach Einsatzzweck sowohl mechanisch als auch elektronisch arbeiten. Hochfunktionelle Bauteile wie das C-Leg oder das Rheo Knee verarbeiten wir ebenso.

Abseits dessen bietet der neueste Technikstand die Möglichkeit, Körperersatzstücke mit weiteren besonderen Komponenten herzustellen. Beispielhaft sind hier myoelektrische Bein- oder Armprothesen zu nennen. Vereinfacht gesagt handelt es sich hierbei um batteriebetriebene Prothesen, die durch Muskelkontraktion bewegt werden können. Bionische Arm- oder Beinprothesen lassen sich hingegen mithilfe einer künstlichen Intelligenz steuern.

Ab wann kann die Prothese nach einer Amputation getragen werden?

Bereits zwei oder drei Wochen nach der Amputation können Sie mit der ersten Therapiephase anfangen – vorausgesetzt, die Wundheilung verläuft normal. Um die Kraft der Muskeln wieder zu stärken und mit dem Bewegungs- oder Gehtraining zu beginnen, erhalten Betroffene zunächst eine Interimsprothese – auch Übergangsprothese genannt.

Ungefähr vier bis sechs Monate nach der Operation sind unsere Experten in der Lage, anhand der Bewegungsmuster und der Stumpfbeschaffenheit eine definitive Prothese herzustellen und auf Ihre Fähigkeiten und Bedürfnisse anzupassen.

Anschließend folgt eine regelmäßige Nachsorge, bei der unser Fachpersonal die Prothese auf ihren Sitz, Verschleiß und Funktionsumfang prüft. Bei Bedarf passen wir das Körperersatzstück an oder besprechen die Herstellung einer Zweitprothese, zum Beispiel für das Duschen (Badeprothese) oder sportliche Aktivitäten.

Was ist der Unterschied zwischen einer Prothese und einer Orthese?

In unserem Sanitätshaus-Katalog finden Sie im Bereich Orthopädietechnik sowohl Prothesen als auch Orthesen. Der Unterschied liegt zunächst im allgemeinen Therapieziel: Prothesen fungieren als beweglicher Ersatz für ein amputiertes Körperteil, wohingegen Orthesen einem geschwächten Körperteil Halt geben beziehungsweise schädigende Bewegungsarten verhindern.

Orthesen unterstützen den Heilungsprozess und fördern die Mobilität aus eigener Kraft – etwa nach einer Operation – und werden danach im besten Fall nicht mehr benötigt. Unter Umständen sind Betroffene aber auch langfristig auf eine Orthese angewiesen. Prothesen hingegen ahmen die Beweglichkeit der verlorenen Gliedmaßen nach und verbessern dadurch die Mobilität der Betroffenen.

Beide Hilfsmittel lassen sich zu jeder Zeit ablegen und individuell auf die Körperstruktur und täglichen Aktivitäten zuschneiden.

Was, wenn die Prothese nicht hält oder drückt?

Die regelmäßige Nachsorge und Einstellung von Prothesen zählt ebenso zum Leistungsspektrum unserer Orthopädietechnik wie die erste Anfertigung. Oft verändern sich körperliche Voraussetzungen oder die Lebensumstände mit der Zeit, auf die wir Ihr Körperersatzstück anpassen müssen. Dazu gehören unter anderem Gewichtsveränderungen, ein niedrigeres oder höheres Aktivitätsniveau und auch bestimmte Erkrankungen.

Stellen Sie dadurch Probleme mit Ihrer Prothese fest – etwa ein Druckgefühl am Schaft oder ein zu lockerer Sitz – können Sie sich diesbezüglich durch unsere Experten beraten und im Anschluss die notwendigen Änderungen vornehmen lassen.